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»Kreative Recherchestrategien« – Expertentipp in der aktuellen PAGE

Grabe tief, blicke weit! Gründliche Recherche führt zu besseren Ergebnissen – und neuen Ideen. In einem Artikel über kreative Recherchestrategien spricht Julia Peglow-Peters über die Notwendigkeit vom Perspektivenwechsel und gibt Tipps zu Recherchemethoden und -quellen.

Text: Antje Dohmann (Auszug); der vollständige Artikel erschien in der PAGE 07.2016

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Ziel der Recherche bei der Münchner Designagentur Zeichen & Wunder ist es stets, eine andere Ebene zu erreichen als das ewige »Hier ist das Produkt und hier die Zielgruppe«. »Hinter jedem Produkt und jeder Marke steckt heute auch ein Sehnsuchtsbedürfnis«, erklärt Geschäftsführerin Julia Peglow-Peters. »Wenn wir immer alles brav per Checkliste abarbeiten und versuchen, alles richtig zu machen, kommen wir nicht in die Tiefe. Recherche heißt für uns auch, die Dinge ganz blank und nackt zu sehen, um zu dieser elementaren Ebene vorzudringen.« Dafür ist ein Perspektivwechsel nötig. Normalerweise schaut der Kunde von innen nach außen, Zeichen & Wunder möchte erreichen, dass er einmal von außen auf sein Unternehmen und seine Produkte schaut. Dabei hilft die Kreativrecherche. »Wir recherchieren sehr breit, machen quasi einen 360-Grad-Rundumschlag, googeln bestimmte Begriffe, die mit ihm in Zusammenhang stehen, schauen, was schreibt die Presse darüber, welche Bildwelten existieren zu diesem Thema und so weiter.« So lassen die Münchner Kreativen ein Bild entstehen, wie die Zielgruppe das Unternehmen sieht. Perspektivwechsel sind keine einfache Sache. Das weiß jeder, der mal versucht hat, seine Sicht der Dinge um 180 Grad zu drehen. Zeichen & Wunder lädt Auftraggeber daher zu Kick-off-Workshops ein, in denen die Kreativen Fragen stellen und das Team des Kunden auch schon mit der ein oder anderen These konfrontieren. Dank guter Vorbereitung und kluger Moderation gelingt es in der Regel, sich schnell und tief in die Materie einzuarbeiten. Der schöne Workshopraum im fünften Stock tut sein Übriges: Beim Blick über München bis zu den Alpen fällt die Weitsicht leichter. Julia Peglow-Peters ist überzeugt, dass sich durch Visualisierung ein neuer Blick auf die Welt eröffnen lässt. „Viele Kunden sind es gewohnt, auf PowerPoint-Präsentationen und Analysen zu schauen. Die Macht von Design ist für sie oft ganz erstaunlich. In den Workshops zeigen wir ihnen zum Beispiel, wie ihre Marke optisch zusammengebaut ist, welches Muster hinter allem steckt. Dinge in einen Topf zu werfen und neu zu clustern, ist für viele Auftraggeber erhellend.“ Wer es schafft, diesen Perspektivwechsel zu vollziehen, gelangt zu neuen Bildwelten. Bildweiten, die abseits des Marketing-Blabla die Emotionen und Sehnsüchte der Menschen ansprechen.

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